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"Arbeit ist das halbe Leben?"

Sinn statt Work-Life-Balance

Im Rahmen der Ausstellung "Arbeit ist das halbe Leben?!" sprach Susanne Herz zum Thema "Sinn statt Work-Life-Balance". Mit ihrer ersten Frage "Was ist Arbeit?" eröffnete sie die ganze Bandbreite, die Antworten reichen von "Darf ich noch ein Stündchen, Chef?" bis zu "Montags könnte ich kotzen!".

Frau Herz erläuterte im Anschluss den Begriff „Work-Life-Balance“ und betonte, dass dieser Begriff nicht zu unserer heutigen Realität passe, da er uns eine Balance vorgaukle, die es nicht gibt. Stattdessen schlug sie den Begriff „Work-Life-Blending“ vor, da die beiden Bereiche ineinander greifen, miteinander verwoben sind. Sie stellte heraus, dass die Sinnsuche in der Arbeit ein Produkt der Moderne sei. Durch die heutigen vielfältigen Optionen, die neu aufkommenden Berufe, das Wegfallen von Arbeitsplätzen, der häufige Wechsel von Arbeitsstellen entsteht viel Unsicherheit und Unzufriedenheit. Laut Mikrozensus (2016) sind 85% der Menschen mit ihrer beruflichen Situation unzufrieden.

Frau Herz stellte dann die etwas provokative Frage: „Warum arbeiten wir überhaupt?“. Die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus: wir verdienen einerseits damit unseren Lebensunterhalt, der uns einen gewissen Status bietet und wir erhalten einen bestimmten Titel, der das eigene Renommee stärkt, andererseits können wir unsere Stärken zeigen und entwickeln. Im besten Fall bewegen oder verändern wir etwas.

Doch woran liegt es, dass so wenige ihre Talente und Leidenschaft so wenig zum Ausdruck bringen können und den Schritt aus der Unzufriedenheit wagen? Die Antworten reichen von „Meine Karriere könnte darunter leiden“, „Mir fehlt das notwendige Netzwerk“, „Ich bin nicht gut genug“ bis zu „Mein Job gibt mir Sicherheit“. Frau Herz zeigte, dass es keine fertige Betriebsanleitung auf diesem Weg gibt. Am Beginn stehe die Analyse des eigenen Standorts, darauf folgt die Überlegung in welche Richtung es gehen soll, um sich dann Informationen zu verschaffen und Recherche zu betreiben. Das sei dann aber auch der Zeitpunkt, um loszulaufen und das Wagnis einzugehen. An dieser Stelle betonte sie, dass es nicht immer gleich ein beruflicher Wechsel oder der bis ins Detail ausgearbeitete Businessplan sein müsse. Es könne auch erstmal eine Nebentätigkeit, ein Ehrenamt, mündliche Recherche oder der Austausch mit anderen und die Erweiterung des eigenen Netzwerkes sein. Nach den ersten Gehversuchen folgt eine Phase der Reflektion und die damit einhergehende Anpassung und das Weitergehen auf diesem Weg.

Frau Herz beendete ihren sehr erfrischenden Vortrag mit den Sätzen "Es gibt immer Gründe, Dinge nicht zu tun!" und "Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße".